Diagnose von HIV bei Kleinkindern

Wenn bereits ein oder beide Elternteile HIV-infiziert sind, dann kommt es in vielen Fällen schon von der Geburt an bei Kleinkindern ebenfalls zur Infizierung. Daher muss hier ein besonderer Focus auf diese gefährdeten Kinder gelegt werden. Doch dies bedeutet in der heutigen Zeit keineswegs unbedingt ein Todesurteil für das betroffene Kind. Viele Menschen können mittlerweile mit Medikamenten eingestellt werden und einigermaßen gut mit der lebensbedrohenden Krankheit leben. Auch gibt es heute medizinische Möglichkeiten, die HIV-Infizierung bei diesen Kindern gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Grundsätzlich kann eine Diagnose auf eine HIV-Infizierung nur mit dem Einverständnis des Vormundes, zum Beispiel der Eltern oder des Jugendamtes des betroffenen Kindes erfolgen, doch zum Kindeswohl wird ein solcher Test immer durchgeführt. Hierbei wird das Blut des betroffenen Kindes auf Antikörper untersucht, die auf eine HIV-Infektion hinweisen. Fällt dieser Test positiv aus, heißt dies, dass Antikörper gegen den HIV-Virus gefunden wurden. Allerdings muss der erste Test, wenn dieser positiv ausfällt, immer durch einen zweiten Bluttest bestätigt werden. Dies passiert sodann mit einem erweiterten Verfahren um die Antikörper im Blut nachzuweisen.

Der Test sollte jedoch erst nach drei Monaten nach der Geburt erfolgen, denn ein Neugeborenes kann sich entweder schon bei der Zeugung, während der Schwangerschaft im Mutterleib oder auch erst bei der Geburt mit HIV infiziert haben. Aber erst nach drei Monaten können die Viren sodann nachgewiesen werden. Ist eine Schwangere daher mit HIV infiziert, so sollte bereits während der Schwangerschaft das Risiko eingedämmt werden, dass das Neugeborene ebenfalls infiziert wird. So werden diese Kinder meist auch per Kaiserschnitt geboren und die Mütter können vorbeugend während der Schwangerschaft behandelt werden. So wird in den Industrieländern heute schon das Infektionsrisiko von Neugeborenen und Kleinkindern für HIV unter 2 % gesenkt. Daher kommt es häufig vor, dass die Kinder gesund sind, obwohl beide Elternteile bereits mit der HIV-Infektion vor der Schwangerschaft und Geburt lebten.