Die Geschichte von HIV und AIDS

Anfang der 80er Jahre traten in den USA gehäuft Fälle einer durch einen Pilz verursachten Form schwerer Lungenentzündungen auf. Schnell war klar, dass diese Erkrankungen zusammengehören mussten, denn alle Patienten wiesen dieselbe Schwächung des Immunsystems auf. Da man zunächst nur eine Übertragung über sexuelle Kontakte unter Homosexuellen nachvollziehen konnte, wurde das umschriebene Krankheitsbild Gay Related Immune Deficiency (GRID)genannt. Erst in Folge weiterer Untersuchungen wurde auch das Auftreten bei Empfängern von Bluttransfusionen und Drogenabhängigen bekannt. Im Juli 1982 führte man die offizielle Bezeichnung AIDS (Aquired Immune Deficiency Syndrome) ein.

Das Virus selbst wurde 1983 entdeckt. Erst 2005 gelang aber der Nachweis über die Herkunft des Virus. Forscher gehen davon aus, dass es durch das Verspeisen von Schimpansenfleisch auf den Menschen überging. Diese weisen eine für Menschenaffen spezifische Form des Virus auf (SIV) und haben sich ihrerseits bei der Jagd auf kleinere Affenarten infiziert. Andere Thesen beispielsweise zur Übertragung über verunreinigte Impfstoffe konnten bislang nicht bestätigt werden.

Erstmalig gesicherte Nachweise über HIV-Infektionen vor Auftreten der beschriebenen AIDS-Fälle können auf das Jahr 1959 aus einer Probe aus Belgisch-Kongo zurückdatiert werden. Man geht aber davon aus, dass die Erstinfektion eines Menschen in der Zeit zwischen 1902 und 1921 erfolgte. Der Weg des Virus lässt sich dann weiterverfolgen, 1966 gelang es vermutlich nach Haiti, von dort wanderte es ab 1969 in die USA weiter.

Ende 2010 waren circa 34 Millionen Menschen weltweit mit HIV infiziert. 700.000 Menschen starben an AIDS, beziehungsweise an damit einhergehenden Infektionen. Anders als zu Beginn der Pandemie sind die Infektionen und Erkrankungen auf beide Geschlechter gleich verteilt. In Deutschland lebten nach Informationen des Robert Koch-Instituts Ende 2012 geschätzte 78.000 Menschen mit HIV bzw. AIDS.