Vollständig heilen HIV mit Stammzellen

Jahrelang suchen Forscher nun schon nach einem Heilmittel, das HIV vollständig heilt. Nun scheint es endlich funktioniert zu haben. Ein Patient zeigt keine Anzeichen von HIV-Viren mehr im Körper, obwohl er keine Medikamente mehr einnimmt. Er war neben HIV auch an Krebs erkrankt und wurde mit einer Stammzelltransplantation behandelt. Dieses Ergebnis hatte man erhofft, jedoch nicht zu träumen gewagt. Ein solcher Erfolg ist deshalb bahnbrechend.

Risiken wurden vorher in der Veränderung des Hüllenproteins gesehen. Dort dockt das Virus an die Zielzelle an. Darauf folgt das Andocken eines zusätzlichen Oberflächenmoleküls der Zielzelle. Dabei handelt es sich im den CXCR4- Co-Rezeptor, welcher als Helfer der Zielzelle bekannt ist.

Bereits vor der Stammzelltransplantation wurden drei Prozent der HIV-Varianten von CXCR4 als Co-Rezeptor genutzt. CXCR4- nutzende HIV-Variantenwaren durch Chemo- und Strahlentherapie soweit zerstört, dass sie nicht auf alternative Rezeptoren übergriffen. Eine derartige Vermehrung, wie sie sonst vom HIV-Virus bekannt ist, konnte damit nicht stattfinden. Diese Entdeckung durch den Transplantationsversuch und die natürliche sind durch zehn Forschungsjahre getrennt. Notwendig war zur Erkennung eine interdisziplinierende Verbindung zwischen Hämatologie und Infektiologie. Ein logistisches Problem innerhalb der Forschung behinderte also die Lösung.

Aus der Infektiologe sind Stimmen zu hören, die eine vollständige Heilung von HIV für unmöglich halten. Dennoch weiß man auch, dass eine vollständige Eliminierung der Viren auch nicht notwendig ist. Jeder Mensch trägt vielfältige Viren in sich. Dazu gehören auch die Viren von Masern- oder Windpocken. Trotzdem sind wir gesund. Zudem wird sich ein wissenschaftlicher Beweis der Eliminierung als sehr schwierig erweisen. Dies beruht auch darauf, dass sich das Virus auch an sehr unzugänglichen Regionen wie im Gehirn aufhält. Die Ethik der Medizin setzt uns dabei Grenzen, denn nicht alle Körperregionen sind für Gewebeentnahmen geeignet.

Die erfolgreiche Stammzellentransplantation kann also in Zukunft nur für HIV-Patienten genutzt werden, die ansonsten sterben wurden. Auch hier kommt wieder die Ethik ins Spiel, wenn Patienten gut mit Medikamenten behandelbar sind. In solchen Fällen werden wohl auch in Zukunft keine Transplantationen vorgenommen werden. Auch das Risiko für eine solche Methode ist zu groß, denn jeder dritte Patient stirbt nach einer Stammzelltransplantation. Die Suche nach einer vollständigen Heilung geht also weiter.